Vom 20. bis 22. März 2026 verwandelte sich die FRANKFURT WESTSIDE in einen Schauplatz, der einem echten Krisengebiet glich: Einsatzkräfte trainierten unter realistischen Bedingungen,  erstmals unterstützt von der Bundeswehr,  den Ernstfall.

 

Über das Krisenszenario

Im Mittelpunkt der FRARescueFusion26 stand ein komplexes, realitätsnahes Krisenszenario mit insgesamt 43 Einzellagen. Geübt wurden unter anderem ein Erdbeben in Kombination mit Hochwasserlagen, massive Schäden an der Infrastruktur, Stromausfälle sowie blockierte Verkehrswege. Im fiktiven Stadtteil „Schotterfeld“ der Stadt Westmain führte die Beschädigung einer Staustufe zu einem plötzlichen Anstieg des Abflusses um bis zu 60 Prozent – mit weitreichenden Folgen für die gesamte Lage.

Ziel der Übung war es, Einsatzabläufe unter möglichst realistischen Bedingungen zu testen und die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure zu stärken. „Wir üben über das ganze Wochenende ein Erdbeben-Szenario zusammen mit Hochwasserlagen in fiktiven Ländern. Wir haben 250 ehrenamtliche Einsatzkräfte, rund 63 Fahrzeuge, Rettungshunde, zwei Hubschrauber der Bundeswehr und 25 Soldatinnen und Soldaten – und das Gelände WESTSIDE ist dafür ein wunderbares Übungsobjekt“, erklärt Jan Krebs, Einsatzleiter bei den Maltesern in Frankfurt am Main.

Auch aus politischer Sicht wurde die Dimension der Übung hervorgehoben: „Es gibt immer häufiger Krisenfälle, und es ist wichtig, dass wir auf die unterschiedlichen Szenarien vorbereitet sind. Die Übung zeigt eindrucksvoll, wie das professionelle Zusammenspiel von Ehrenamt, Behörden und Bundeswehr Leben retten kann und welche Verantwortung alle Beteiligten tragen. Sie zählt zu den größten Übungen, die wir im Bundesland erleben“, so Hessens Innenminister Roman Poseck.

 

Die Einsatz-Akteure in der WESTSIDE

An der FRARescueFusion26 waren zahlreiche Akteure des Bevölkerungsschutzes beteiligt, die gemeinsam komplexe Einsatzlagen trainierten. Dazu gehörten unter anderem die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Frankfurt am Main mit einem Wasserrettungszug, der Arbeiter-Samariter-Bund Frankfurt mit der SEG Transport sowie die Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. Frankfurt mit einer SEG Behandlung und einer Drohnenstaffel.

Auch die Malteser Frankfurt mit einem Sanitätszug, das Technische Hilfswerk (THW) Ortsverband Frankfurt am Main sowie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Frankfurt mit einer SEG Behandlung waren Teil der Übung. Ergänzt wurden die Kräfte durch die Feuerwehr Frankfurt mit einer Rettungshundestaffel sowie die KraD-Staffel der Arbeitsgemeinschaft Frankfurter Hilfsorganisationen. Zusammen mit allen Helferinnen und Helfern waren über 400 Personen an der Katastrophenschutzübung beteiligt.

Ein entscheidender Faktor: das Ehrenamt. Der überwiegende Teil der Einsatzkräfte engagiert sich freiwillig und bildet damit das Rückgrat des Katastrophenschutzes in Deutschland. Darüber hinaus unterstützte die Bundeswehr die Übung mit zwei Mehrzweckhubschraubern vom Typ NH90 sowie dem Kreisverbindungskommando. In der FRANKFURT WESTSIDE konnten diese Einheiten ihre Abläufe erstmals in einem urbanen Quartier unter realistischen Bedingungen erproben.

„Die Katastrophenschutzübung zeigt, was möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen. 99 % der Beteiligten arbeiten ehrenamtlich, und ihr Engagement ist von unschätzbarem Wert für die Sicherheit in unserer Stadt und im Land. Danke an alle, die Verantwortung übernehmen und anderen helfen“, betont Oberbürgermeister Mike Josef.

 

Bedeutung und Standortvorteil

Moderne Krisenlagen sind komplex und dynamisch – standardisierte Pläne allein reichen nicht mehr aus. Gefragt sind flexible Strukturen, eingespielte Abläufe und eine enge Zusammenarbeit über Organisationsgrenzen hinweg. Genau hier setzt die FRARescueFusion26 an: Sie stärkt die Krisenresilienz, also die Fähigkeit von Gesellschaft und Institutionen, auf unvorhergesehene Ereignisse schnell und wirksam zu reagieren.

Die FRANKFURT WESTSIDE bietet dafür „eine außergewöhnlich vielseitige Kombination für diesen Zweck: Freiflächen, alte Industrieanlagen, Bestandsgebäude und zugleich Bereiche, in denen Neues entsteht. So können wir für unterschiedlichste Szenarien die passenden Bedingungen auf einem einzigen Areal schaffen,“ erklärt Hendrik Staiger, Vorstandssprecher der BEOS AG.

Die FRANKFURT WESTSIDE ermöglichte erstmals die nahtlose Zusammenarbeit zwischen Hilfsorganisationen, Bundeswehr und zivilen Akteuren. Transporthubschrauber konnten landen, mobile Versorgungsstationen aufgebaut und komplexe Bewegungen durch ein urbanes Umfeld realitätsnah geprobt werden.

„Wir haben hier ein wunderbares Areal zur Verfügung. Gerade in der heutigen Zeit ist klar: Ohne Sicherheit geht nichts. Als die Anfrage der Malteser kam, waren wir sofort bereit, einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten und unser Areal den Einsatzkräften zur Verfügung zu stellen“, sagt Mathias Strauch, Head RE Development Westside, BEOS AG.

Auch die langfristige Zusammenarbeit wurde hervorgehoben: „Wir arbeiten seit Jahren vertrauensvoll mit BEOS zusammen. BEOS betreibt hier nicht nur Stadtentwicklung, sondern bringt sich aktiv für die Stadt ein und schafft einen echten Mehrwert für den Frankfurter Westen“, so Oberbürgermeister Mike Josef.

Erkenntnisse für Stadt und Gesellschaft

Die Übung wurde über einen Zeitraum von fünf Monaten intensiv vorbereitet – von der Entwicklung der Szenarien über die Organisation von Material und Schauplätzen bis hin zur Abstimmung mit Behörden und Partnern.

Nun folgt die Auswertung der gewonnenen Erkenntnisse. Ziel ist es, Abläufe weiter zu optimieren, Schnittstellen zu verbessern und die Zusammenarbeit der Akteure nachhaltig zu stärken. Die FRARescueFusion26 hat damit nicht nur den aktuellen Stand des Katastrophenschutzes sichtbar gemacht, sondern liefert zugleich wichtige Impulse für zukünftige Einsätze.